February 2018: „Save My Grandma“ – AK Sicherheit an Schulen tagte zum 23. Mal

Am Donnerstag, den 01.02.2018, trafen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Sicherheit an Schulen des MTK (AK SaS) im Landratsamt, Raum Höchst. Als Gäste nahmen Carmen Weber von der Jugendarbeit Hofheim und der Fachberater für Design Dejan Pavlovic teil.

Schwerpunkthemen der Sitzung: Vorstellung des Präventionsprojektes „Save My Grandma“,  die bauliche und technische Sicherheit der Schulen, insbesondere das Farbleitsystem, Reizgasvorfälle und eine Rettungsdienstübung.

vordere Reihe v.l.: Designer Dejan Pavlovic, Leiter des Amtes für Brandschutz und Rettungswesen Andreas Koppe, Stellvertr. Schulleiter Albert-Einstein-Schule Schwalbach Klaus Servatius, Leiterin der Westerbachschule Eschborn Christine Thorand, Vertr. des Hochbau- und Liegenschaftsamtes Ralf Müller, hintere Reihe v.l.: Leiter AK SaS Jürgen Moog, Vorsitzender Kreiselternbeirat Matthias Bormann, Geschäftsführer Präventionsrat MTK Peter Nicolay, Dipl. Sozialpädagogin Carmen Weber von der Jugendarbeit Hofheim, Schulpsychologin Luisa Baillé vom Staatlichen Schulamt GG/MTK und Polizeidirektor Peter Liebeck

Schulprojekt „Save My Grandma – schütze meine Großeltern“

Dipl. Sozialpädagogin Carmen Weber stellte das Projekt „Save My Grandma“ vor, das von der Jugendarbeit Hofheim entwickelt wurde und zunächst an der Main-Taunus-Schule in Hofheim durchgeführt werden soll. Die Schüler (zwischen 13 und 19 Jahre alt) sollen in zwei Schulstunden mit Video und Tonmitschnitt sowie Rollenspielen über das Thema Straftaten zum Nachteil älterer Menschen (SäM) informiert werden. Gemeinsam wird erarbeitet, wie man die Großeltern schützen kann. Ausgestattet mit entsprechendem Info-Material sollen die Schüler das Thema in ihre Familien tragen. Kooperationspartner sind derzeit die Main-Taunus-Schule, die Präventionsräte Hofheim und MTK sowie die Polizeidirektion Main-Taunus.

v.l.: Schulpsychologin Luisa Baillé und Dipl. Sozialpädagogin Carmen Weber

Das Schulprojekt stellt eine hervorragende Ergänzung der derzeitigen Strategie des Präventionsrates und der Polizei dar, um SäM vorzubeugen. Neben den Sicherheitsberatern für Senioren, welche die älteren Menschen „auf Augenhöhe“ sensibilisieren, tragen hier die Enkel das Thema an ihre Großeltern heran. Deshalb soll das Projekt auf alle Kommunen unter Einbindung der Schulsozialarbeit, ggf. der kommunalen Jugendarbeit und der Polizei, übertragen werden. Bei der Umsetzung in der Schule soll jeweils ein geeigneter Sicherheitsberater für Senioren (SfS) der betreffenden Kommune mitwirken.

Lagebild Gewalt an Schulen

Schule in Duisburg wegen Hinweis auf bewaffneten Mann geräumt

Eine Schülerin löste am 22.11.2017 einen Großeinsatz aus, weil sie behauptete, einen mit Pistolen bewaffneten Mann auf dem Schulgelände des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs gesehen zu haben. Die Schule wurde komplett geräumt und von Spezialeinsatzkräften durchsucht. Erst nach 3:30 Stunden erfolgte die Entwarnung.

Erneut Reizgas an zwei Schulen im MTK versprüht

Am 16.01.2018 klagten 24 Schülerinnen und Schüler einer 7. Klasse, die sich zu dem Zeitpunkt allesamt in dem gleichen Klassenraum aufgehalten hatten, über Symptome nach dem Versprühen von Reizgas. Erste Ermittlungen ergaben, dass ein tatverdächtiger Schüler ein Reizstoffsprühgerät in den Schulunterricht mitgenommen hatte. Beim unsachgemäßen Hantieren in einer kleinen Pause wurde dann Reizstoff freigesetzt, der sich sogleich in dem Klassenzimmer verbreitete und die Atembeschwerden bei den Anwesenden verursachte. Das Klassenzimmer im 1. Stock wurde geräumt und gelüftet. Eine ärztliche Inaugenscheinnahme der betroffenen Schüler und des Lehrers wurde durchgeführt, ohne dass eine medizinische Versorgung erforderlich war. Der Schulbetrieb der weiteren Klassen war nicht tangiert. Das Tatmittel wurde in einer Schultasche aufgefunden und sichergestellt.

Nachdem am 19.01.2018 im Toilettenbereich einer weiteren Schule im MTK Reizgas versprüht worden war, klagten rund 50 Schüler über Atembeschwerden. Die betroffenen Schüler wurden ärztlich untersucht, wobei fünf Schüler im Alter von 10 bis 13 Jahren medizinisch versorgt und in naheliegende Krankenhäuser gebracht werden mussten. Zusätzlich belüftete die Feuerwehr den betroffenen Bereich, nachdem die Schule vorübergehend geräumt und der Schulbetrieb eingestellt worden war. Weitere Ermittlungen ergaben Hinweise auf zwei 13-jährige Schüler, die mutmaßlich ein Reizstoffsprühgerät mit in die Schule genommen hatten. Das von dem Duo in der Toilette freigesetzte Reizgas verbreitete sich durch die geöffnete Toilettentür im Flurbereich und löste entsprechende Atemprobleme aus. Das Tatmittel konnte bei einer Absuche aufgefunden und sichergestellt werden.

15-Jähriger tötet Mitschüler an Gesamtschule in Lünen

Am 23.01.2018 hatte ein als aggressiv und unbeschulbar geltender 15-Jähriger in der Käthe-Kollwitz-Schule mit seiner Mutter auf einen Gesprächstermin bei einer Sozialarbeiterin gewartet, weil er zurück an die Schule sollte. Ein zufällig vorbeigekommener 14-jähriger Schüler soll nach Angaben des 15-Jährigen seine Mutter provozierend angesehen haben, weshalb ihm der 15-Jährige mehrfach mit einem Messer in den Hals stach. Die Verletzungen waren tödlich. Der geflüchtete Täter wurde im Rahmen einer Fahndung festgenommen. Die Schule wurde von der Polizei zur Spurensuche abgeriegelt. Seelsorger und Psychologen betreuten Schüler, Lehrer und Angehörige.

Farbleitsystem (FLS)

Am 23.11.2017 wurden vier weitere Endabnahmen des an den Schulen installierten FLS durchgeführt: Albert-Schweitzer-Schule in Okriftel, Anne-Frank-Schule und Max-von-Gagern-Schule in Kelkheim sowie Philipp-Keim-Schule in Hofheim. Sechs Schulen, bei denen die Endabnahmen mehr als fünf Jahre zurückliegen, müssen erneut begangen werden, um das FLS zu überprüfen: Cretzschmar-Schule in Sulzbach, Comenius-Schule in Eppstein, Hartmut-Schule in Eschborn sowie Geschwister-Scholl-Schule, Georg-Kerschensteiner-Schule und Friedrich-Ebert-Schule, alle drei in Schwalbach.

Video über den Einsatz von Rettungskräften

Ein Video über das Vorgehen von Rettungskräften nach dem FLS (an der Eichendorffschule in Kelkheim) ist auf der Webseite des Präventionsrates MTK eingestellt: Video über den Einsatz von Rettungskräften an einer Schule mit FLS

Vollübung wegen Amoklage an Schule mit hoher Zahl von Verletzten

Am 07.10.2017 fand eine Rettungsdienstübung MANV 50 (Amok) an der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel statt, an der neben Einheiten des Rettungsdienstes, der Polizei, des Katastrophenschutzes und der Feuerwehren auch zwei Kliniken teilnahmen.

Die Abarbeitung des komplexen Schadensszenarios mit drei mit Pistolen und Messern bewaffneten Tätern, die sich noch dazu in der Schule aufgeteilt hatten und dort Lehrer und Schüler angriffen, verlangte den Einsatzkräften sehr viel ab und war sehr aufschlussreich hinsichtlich der Maßnahmen und der Zusammenarbeit bei derartigen Lagen.

Qualifizierung der Krisenteams der Grundschulen im Main-Taunus-Kreis

Wahrscheinlich im März 2019 soll wieder eine Veranstaltung zur Qualifizierung der Krisenteams durchgeführt werden. Hierbei soll auch das Thema Umsetzung von Sicherheitskonzeptionen an Schulen behandelt werden. Die Sicherheitskonzeption behandelt insbesondere die erste Phase eines Amoklauf, in der noch keine Polizei vor Ort ist und in der die Lehrer in Verantwortung für ihre Schüler agieren müssen.

Informationen aus dem Präventionsrat MTK

Herr Nicolay und Herr Moog berichteten über die zu Beginn der dunklen Jahreszeit in allen Kommunen durchgeführten Infostände zur Wohnungseinbruchsprävention auf Wochenmärkten. Hier wirkten auch die SfS mit. Präventionsrat und Polizei haben unter Einbindung der SfS eine Kampagne gegen „Falsche Polizisten“ vorbereitet. Umfangreiche Präventionsmaßnahmen sind wieder bei den diesjährigen Fastnachtsumzügen und Afterzug-Partys geplant (Siehe Webseite Präventionsrat MTK unter Veranstaltungen). Im November erfolgt die Fortbildung aller Ordnungspolizisten der Kommunen im Hinblick auf den Umgang mit jungen Leuten. Die Fortbildung der SfS ist für Anfang September und die Ausbildung weiterer SfS ist für den 14. und 15. September geplant.

Crashkurs II zum digitalen Durchblick für Eltern und Pädagogen am 08.11.2018

Die Veranstaltung über die Gefahren der neuen Medien war ein voller Erfolg. Der Plenarsaal war voll besetzt und die Besucher in Foyer konnten per Videoübertragung den Vorträgen folgen. Der offene Anfang mit Infoständen wurde super angenommen. Der Einsatz des Improvisationstheaters RequiSiT rundete eine starke Veranstaltung ab. Das Feedback war fantastisch. Siehe auch Artikel über den Crashkurs II zum digitalen Durchblick

Unterlagen für Krisen in Notfällen

Die vom AK SaS erstellten und durch Polizei und Amt für Brandschutz und Rettungswesen aktualisierten Musterunterlagen für Krisen und Notfälle wurden bereits im Oktober 2017 den Schulen zur Verfügung gestellt.

Verabschiedung von Klaus Servatius aus dem AK SaS

Herr Moog würdigte die Mitwirkung des stellvertr. Leiters der Albert-Einstein-Schule (AES) in Schwalbach, Klaus Servatius, im AK SaS und blickte dabei auf die sehr dynamische und überaus erfolgreiche Anfangszeit des Arbeitskreises in 2009 zurück (Entwicklung der Zeitleiste, der Musterunterlage für Krisen und Notfälle an Schulen und des FLS). Herr Servatius gehört zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreises.

v.l.: Geschäftsführer Präventionsrat Peter Nicolay, Stellvertr. Schulleiter Albert-Einstein-Schule Klaus Servatius und Leiter des AK SaS Jürgen Moog

Auch beim Handling der Amokverdachtsfälle an der AES hat sich sein Wirken im AK SaS bewährt. Herr Servatius geht in diesem Sommer in den Ruhestand. Er schlägt die Leiterin der AES, Anke Horn, als seine Nachfolgerin vor. Der AK SaS bedankte sich bei Herrn Servatius für die hervorragende Zusammenarbeit und wünscht ihm für den Ruhestand das Beste.

Nächste Sitzung

Die nächste Sitzung des AK SaS findet am 18.10.2018 in der Westerbachschule Eschborn statt.

Jürgen Moog