January 2019: Vortrag über Sicherheit im Alter beim Landfrauenverein Sulzbach

Zum Neujahrsempfang hatten die Sulzbacher Landfrauen in den Schultheißen-Saal geladen und ließen sich bei Kaffee und Kuchen beraten, wie man sich gegen Betrügereien aller Art schützen kann.

Sicherheitsberater Helmut Biskamp am Vortragspult

Über 70 Landfrauen saßen am 15.01.2019 zusammen, um den Jahresanfang bei Kaffee und Kuchen und guten Gesprächen zu genießen und sich zugleich von einem Sicherheitsberater umfassend aufklären zu lassen, wie man sich am besten gegen Betrügereien auf der Straße, im Supermarkt, am Telefon oder auf einer Sparkasse schützen könne. Dazu hatte die Vorsitzende der Landfrauen, Karin Anthes, die auf eine eigene Rede verzichtete, den Sulzbacher Sicherheitsberater Helmut Biskamp zu einem Vortrag gewinnen können.

Zuerst berichtete Helmut Biskamp, der selbst über 40 Jahre Polizeibeamter war, was Sicherheitsberater sind, welche Aufgaben der 1998 gegründete Präventionsrat beim Main-Taunus-Kreis hat und wer im Sulzbacher Rathaus als Ansprechpartner für Sicherheitsfragen aller Art zuständig ist. ”Der Präventionsrat des MTK hat die Aufgabe, wirkungsvolle Ansätze zur Vorbeugung und Verhütung von Straftaten entwickeln zu lassen und sie in Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen und staatlichen Kräften umzusetzen”, zitierte der Referent aus den amtlichen Unterlagen.

“So, und hier kommen die Sicherheitsberater ins Spiel”, führte Biskamp weiter aus und ging dann ausführlich auf Betrügereien im Alltag ein. Speziell ältere Menschen würden immer wieder zu Opfern krimineller Handlungen. Dabei nutzen die Täter die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft der Senioren aus. Aus diesem Grund wurden in den Gemeinden Personen gesucht, die sich bereit erklären, Aufgaben der Beratung von Senioren zu übernehmen. “Hier in Sulzbach sind wir 14 Beraterinnen und Berater”, berichtete Helmut Biskamp. “In Seminaren und Nachschulungen wurden wir von Polizeibeamten für diese Aufgaben ausgebildet”.

Was beinhaltet diese Ausbildung? Hier nannte Biskamp die Schwerpunkte: Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, Sicherheit im Straßenverkehr, Gefahren im Internet und Opferschutz. “Wir wollen ältere Menschen über Kriminalitätsbereiche aufklären, Tipps geben, damit sie nicht Opfer von Betrügern werden, das Sicherheitsgefühl stärken und die Hemmschwelle gegenüber der Polizei und Behörden abbauen”, sagte Helmut Biskamp.

Jetzt nannte der Ex-Polizist gezielt vier Bereiche aus dem Alltag, in denen Diebe und Betrüger äußerst trickreich zuschlagen. Da gibt es Gefahren an der Haustür, wenn ein falscher Polizist oder anderer Amtsträger wegen einer Kontrolle um Einlass bitten, fremde Leute eine Notlage vortäuschen und Hilfe in der Wohnung wollen oder einen Zettel wollen, um dem Nachbarn eine Nachricht zu hinterlassen. Äußerst beliebt und leider immer noch erfolgreich ist am Telefon der “Enkeltrick”, bei dem ein angebliches Enkelkind schnell Geld braucht, um die Kaution für eine angebliche Wohnungsübernahme zu bekommen. Auch durch gespielte “Schockanrufe”, in denen der schlimme Unfall eines Verwandten vorgegaukelt wird, würden ältere Menschen oft überrumpelt, Geldzahlungen zu leisten. “Gehen Sie auch nicht auf falsche Gewinnversprechen ein und leisten Sie keinerlei Vorkasse!”, empfahl Biskamp eindringlich.

Weitere Gefahren, Betrügern zum Opfer zu fallen, finden sich im Internet, wenn Leute glauben, auf dieser Schiene “sehr günstig” einzukaufen und dabei einer betrügerischen Mail aufgesessen sind. “Sorgen Sie für Internetsicherheit auf Ihrem Computer und achten Sie auf den Absender”, rät der Sicherheitsberater. Auch solle man Gefahren beim Einkaufen unterwegs im Auge bezahlten. “Achten Sie auf Ihre Handtasche. Legen Sie Ihre Geldbörse beim Bezahlen an der Kasse nicht aus der Hand. Lassen Sie sich Ihr Geld nicht am Kassenschalter, sondern in einem separaten Raum auszahlen”, rief Helmut Biskamp den Damen im Saal wiederholt zu.

Abschließend fasste der Referent einige Ratschläge zusammen, die man “verinnerlichen” sollte. Als klassische Beispiele nannte er: Ich lasse keine Fremden in meine Wohnung! Ich halte meine PIN geheim! Ich übergebe kein Geld an Fremde! Ich trage meine Wertsachen am Körper! “Und wenn Sie dennoch in eine Notlage gekommen sind, rufen Sie sofort die Polizei an”, betonte Sicherheitsberater Helmut Biskamp. Ihm dankte die Landfrauenchefin Karin Anthes für dessen informativen Vortrag und nannte wichtige vereinsinterne Termine. So wies sie jetzt schon auf die Jahreshauptversammlung am 22.März im Frankfurter Hof hin.

Gerd Schöffel

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