February 2018: Viertes Treffen der Koordinatoren für die Sicherheitsberater für Senioren

Im Landratsamt des Main-Taunus-Kreises trafen sich am 31.01.2018 die kommunalen Koordinatoren für die Sicherheitsberater für Senioren (SfS).

v.l.: Familienzentrum Eppstein Ute Herrmann, Geschäftsführer Präventionsrat MTK Jürgen Moog, Seniorenarbeit Kelkheim Gunda Lenk, SfS-Koordinator Hofheim Berthold Neitzel, polizeiliche Fachkoordinatorin Bettina Chrysakopoulos, Leiterin Amt für Soziales Kelkheim Petra Mann, Polizeidirektor Peter Liebeck, Jugendarbeit Hofheim Theresa Hochstädter, SfS-Koordinator Kelkheim Rolf Burger, Geschäftsführer Präventionsrat MTK Peter Nicolay, Seniorenbeirat Schwalbach Wolfgang Hansen und Monika Schwarz, Webseiten-Betreiber Siegfried Fröhlich, Ordnungsamt Hattersheim Turgut Erdogan, Leiter Ordnungsamt Kriftel Volker Kaufmann, Auszubildender, Leiter Ordnungsamt Hochheim Harald Rademacher, Fachbereich Senioren und Soziales Flörsheim Martina Eisenhauer, Stabsstelle "Senioren" Sulzbach Sandra Schiwy, SfS-Koordinator Bad Soden, Seniorenhilfe Sulzbach Theo Dicke und die Leiterin Ordnungsamt Bad Soden Anett Putbrese

Bis auf Eschborn und Liederbach waren alle Kommunen des MTK vertreten. Außer den Koordinatoren begrüßte der seitens des Präventionsrates für das Präventionsprojekt verantwortliche Geschäftsführer Jürgen Moog den Polizeidirektor des MTK, Peter Liebeck, die polizeiliche Fachkoordinatorin des Polizeipräsidiums Westhessen, Bettina Chrysakopoulos, den Betreiber der SfS-Webseite Siegfried Fröhlich und den Geschäftsführer des Präventionsrates MTK Peter Nicolay. Als Gast stellte er Theresa Hochstädter von der Jugendarbeit Hofheim vor, die ein Schulprojekt zum Thema Straftaten zum Nachteil älterer Menschen (SäM) entwickelt hat.

Schwerpunkte des Treffens waren Ausstattung, Einsatzmöglichkeiten, Koordination und Betreuung, Aus- und Fortbildung sowie Erfahrungsaustausch/Statistik.

„Save My Grandma – schütze meine Großeltern“
Vor knapp zwei Jahren hatte sich ein Mitarbeiter der Jugendarbeit Hofheim zum SfS ausbilden lassen, weil die Jugendarbeit auch das Thema SäM mit ihren Jugendlichen ansprechen und dabei auch das Jugendradio Hofheim nutzen wollte.

v.l.: Geschäftführer Präventionsrat MTK, Peter Nicolay und Jürgen Moog, Theresa Hochstädter von der Jugendarbeit Hofheim

Frau Hochstädter machte daraus ein Schulprojekt, bei dem sich Schüler (zwischen 13 und 19 Jahren) mit dem Thema SäM beschäftigen. Hierfür sind zwei Schulstunden vorgesehen, in denen die Schüler mit Video und Tonmitschnitt sowie Rollenspielen über SäM informiert werden. Gemeinsam wird erarbeitet, wie man die Großeltern schützen kann. Ausgestattet mit entsprechendem Info-Material sollen die Schüler das Thema in ihre Familien tragen. Noch vor den Sommerferien soll das Projekt an der Main-Taunus-Schule in Hofheim durchgeführt werden. Kooperationspartner sind derzeit die Main-Taunus-Schule, die Präventionsräte Hofheim und MTK sowie die PD Main-Taunus.
Das Schulprojekt stellt eine hervorragende Ergänzung der derzeitigen Strategie des Präventionsrates und der Polizei dar, um SäM vorzubeugen. Bisher haben vor allem die Sicherheitsberater für Senioren die älteren Menschen „auf Augenhöhe“ sensibilisiert.
Mit dem Schulprojekt eröffnet sich ein weiterer Zugang zu den älteren Menschen, indem die Enkel das Thema an ihre Großeltern herantragen. Deshalb soll das Projekt auf alle Kommunen unter Einbindung der Schulsozialarbeit, ggf. der kommunalen Jugendarbeit und der Polizei, übertragen werden. Bei der Umsetzung in der Schule soll jeweils ein geeigneter SfS der betreffenden Kommune mitwirken.

Verteilung der SfS auf die Kommunen
Die Kommunen des Main-Taunus-Kreises verfügen derzeit über 92 SfS, die sich wie folgt auf die Kommunen verteilen:

  • Bad Soden:         8 SfS
  • Eppstein:            2 SfS
  • Eschborn:           8 SfS
  • Flörsheim:          4 SfS
  • Hattersheim:      6 SfS
  • Hochheim:        10 SfS
  • Hofheim:            11 SfS
  • Kelkheim:            9 SfS
  • Kriftel:                  4 SfS
  • Liederbach:         5 SfS
  • Schwalbach:        3 SfS
  • Sulzbach:           22 SfS

Außerdem wurden acht Mitarbeiter der Kommunen zu den SfS-Themen beschult.

Ausstattung
Um die Aktivitäten der SfS plakativ zu unterstützen, haben fast alle Kommunen Aufsteller (Roll-ups) mit dem Text „Ich bin auf der Hut“ angeschafft. Dies hat sich bei Info-Ständen oder Aktionen sehr bewährt.
SfS-Flyer, auf denen die Sicherheitsberater einer Kommune mit ihren Aufgaben und ihrer Erreichbarkeit dargestellt werden, wurden bisher von Flörsheim, Hofheim, Kelkheim, Liederbach, Schwalbach und Sulzbach angeschafft. Außerdem wurden den SfS reflektierende Klickarmbänder und Notpfeifen zur Verteilung an ältere Menschen zur Verfügung gestellt. Lupen in Scheckkartengröße sind ebenfalls angeschafft worden. Neu sind USB-Sticks mit Videos und Original-Tonmitschnitten von SäM, die allen SfS zur Information und für Vorträge zur Verfügung gestellt wurden.

Einsatzmöglichkeiten der SfS
Die SfS werden bei Veranstaltungen für Senioren (Seniorencafe, Seniorentag, pp.) eingesetzt, halten Vorträge, führen Bürgergespräche auf Märkten und Festen sowie an Info-Ständen, nehmen an „Runden Tischen“ teil, führen Gruppen und Einzelgespräche in (Senioren-)Wohnanlagen, Wohnungen und in Familien, an Stammtischen, in Vereinen, beim Bäcker und überall, wo Kontakt zu Senioren besteht. Außerdem wurden SfS-Infostände auch in Banken, Baumärkten, Lebensmittelmärkten und Postfilialen mit hervorragender Resonanz eingerichtet. Bewährt hat sich auch, dass die SfS bei den Präventionsveranstaltungen zum Wohnungseinbruch mitwirken, die alljährlich mit Beginn der dunklen Jahreszeit durchgeführt werden.

Vorstellung der Kampagne "Falsche Polizisten" am 18.12.2018; v.l.: Polizeidirektor Peter Liebeck, Polizeihauptkommissar Jörg Zollmann, Kriminalhauptkommissar Andreas Walter und die Geschäftsführer des Präventionsrates MTK Peter Nicolay und Jürgen Moog

Ein wichtiger Baustein sind die SfS bei einer Kampagne gegen „Falsche Polizisten“. Wenn sich eine wellenartige Häufung von Anrufen „Falscher Polizisten“ abzeichnet, sollen die SfS an den Örtlichkeiten, an denen Senioren häufig verkehren, wie bei Ärzten, Apotheken, Banken, Post, Physio-Einrichtungen, Pflegediensten, Seniorenresidenzen, Lotto-Toto-Filialen und auch Bäckereien, Plakate anbringen und Postkarten auslegen. Es wurden zu diesem Zweck 1.000 Plakate und 10.000 Postkarten gedruckt, mit denen plakativ vor der perfiden Betrugsmasche gewarnt wird.

Information der SfS über aktuelle Entwicklungen im Bereich Kriminalität
Die Webseite für die SfS des Mühlheimer SfS Siegfried Fröhlich (www.seniorenberater.help) umfasst die Bereiche der Polizeipräsidien Südosthessen und Westhessen. Die Seite bietet Informationen über aktuelle Betrügereien und Einbrüche sowie zu den Straftaten zum Nachteil älterer Menschen mit Broschüren, Videos und Flyern. Außerdem findet man dort auch Informationen zu den SfS selbst sowie deren Vorträge und Veranstaltungen.

Ausbildung weiterer SfS
Über die Kommunen sollen weitere Personen über 50 Jahre für eine Ausbildung zum SfS geworben werden. Die Ausbildung wird am 14. und 15.09.2018 im Landratsamt durchgeführt. Fünf Interessente haben sich bereits in 2017 für eine solche Ausbildung gemeldet.

Fortbildung der SfS
Mittlerweile liegt die Ausbildung der SfS ein bis zwei Jahre zurück. Deshalb findet für alle SfS dezentral (Schwalbach und Hofheim) in der Zeit vom 04. bis 05.09.2018 eine 3-stündige Fortbildung statt.

Erfahrungsaustausch
In 2017 führten die SfS mehrere Tausend Gespräche und Beratungen, nahmen an Besprechungen und Runden Tischen teil und hielten über 200 Vorträge. Hervorzuheben sind der Aktionstag an den Banken am 31.03.2017 und die Info-Stände zur Wohnungseinbruchsprävention in Verbindung mit dem Thema SäM.
Am 18.04.2018 wird ein Treffen der Koordinatoren und der SfS aller Kommunen im Polizeipräsidium Frankfurt am Main stattfinden. Neben dem Erfahrungsaustausch stehen Führungen durch das Polizeimuseum auf dem Programm.

Nächste Besprechung der SfS-Koordinatoren
Die SfS-Koordinatoren treffen sich am 19.09.2018, von 13:30 bis 15:00 Uhr zum fünften Treffen im Landratsamt, Raum Hofheim.

Fazit: Das Präventionsprojekt SfS ist überaus erfolgreich in der Sensibilisierung unserer Seniorinnen und Senioren für das Thema SäM. Damit es erfolgreich bleibt, müssen wir für ausreichende Informationen, regelmäßige Treffen, persönliche Betreuung, ein gutes Verhältnis der SfS untereinander, eine gute Aus- und Fortbildung und Ausstattung sowie eine offensive Öffentlichkeitsarbeit sorgen. Da sind wir dran!

Jürgen Moog