January 2014: Betreuungskonzept und Gefahren des Internets – 15. Sitzung des AK Sicherheit an Schulen

An der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn fand am 23.01.2014 die 15. Sitzung des Arbeitskreises Sicherheit an den Schulen (AK SaS) statt. Neben dem wegen des Farbleitsystems zugeladenen Designer Dejan Pavlovic nahmen der Kreisbeigeordnete des MTK Wolfgang Kollmeier, Dr. Mühlhaus und Dr. Jorg vom Gesundheitsamt MTK, Stefan Scholl von der Polizeiakademie Hessen sowie Kay Simon vom PP Westhessen, E 4, an der Besprechung teil. Als neue Mitglieder im AK SaS stellten sich der Kreiselternbeiratsvorsitzende Ulrich Böhmer und die Leiterin der Westerbachschule Eschborn, Christine Thorand, vor.

Foto1: PHK Olrik Orzelski, PD Jürgen Moog, PHK Thomas Trapke, Stellvertr. Schulleiter Klaus Servatius, Kreiselternbeiratsvorsitzender Ulrich Böhmer, Jugendkoordinator Sebastian Poppe, PHK Uwe Schneider, Schulleiter Adnan Shaikh, Frank Staschok (Schulbauamt), EPHK Otto Macek, Stefan Scholl (EA Betreuung), Dr. Jorg (Gesundheitsamt), Designer Dejan Pavlovic, Kreiselternbeirat Klaus Koch, Schulleiterin Christine Thorand, Amtsleiter Andreas Koppe, Dr. Mühlhaus (Gesundheitsamt), Geschäftsführer Peter Nicolay

Lagebild Amok

Thematisiert wurden die seit der letzten Sitzung (22.08.2013) vorgefallenen Amokläufe. Im Main-Taunus-Kreis selbst gab es keine relevanten Vorkommnisse.

Zwei Tote bei Amoklauf an einer Schule in Sparks, Nevada

Am 21.10.2013 erschoss ein zwölfjähriger Junge kurz vor Unterrichtsbeginn einen 45-jährigen Lehrer auf dem Schulgelände der Sparks Middle School. Der Lehrer hatte sich schützend vor seine Klasse gestellt. Anschließend verletzte der Junge zwei ebenfalls zwölfjährige Mitschüler mit Schüssen in Schulter und Unterleib. Nach dieser Tat tötete sich der Schütze selbst mit einem Kopfschuss. Bei der Tatwaffe handelte es sich um eine halbautomatische Pistole, die der Täter von zu Hause mitgebracht hatte.

Zwei Tote und ein Verletzter bei Amoklauf in Colorado

Am 13.12.2013 stürmte ein 18 Jahre alter Schüler, mit einem Jagdgewehr, mehreren Patronengürteln, einer Machete und drei Brandsätzen bewaffnet, in die Arapahoe High School in Centennial nahe Denver. Er schoss einen Schüler und eine Schülerin an, bevor er sich selbst das Leben nahm. Der Täter hatte es auf einen bestimmten Lehrer wegen einer früheren Konfrontation abgesehen. Der Lehrer war informiert worden und hatte sofort das Gebäude verlassen. Als der Jugendliche zu schießen begann, schlossen sich hunderte Schüler in ihren Klassenräumen ein. Als der Schütze merkte, dass er von Polizisten umstellt war, erschoss er sich selbst. Die 17-jährige Schülerin, welcher der Schütze mit dem Gewehr direkt ins Gesicht geschossen hatte, erlag nach acht Tagen schließlich ihren Verletzungen.

Bauliche und technische Sicherheit an Schulen

Mutmaßlich aufgrund der verbesserten baulichen und technischen Sicherheit an den Schulen im MTK und auch durch die Lasergravur von Notebooks gingen die Einbrüche in Schulen deutlich zurück (2010: 43 Einbrüche, 2011: 33 Einbrüche, 2012: 11 Einbrüche und in 2013: 14 Einbrüche). Unter den 14 Einbrüchen im Vorjahr waren fünf Versuche. Bei drei der Einbrüche wurden insgesamt zwei Notebooks, drei PC-Tower und eine Digitalkamera entwendet.

Foto 2: Schulleiter Adnan Shaikh begrüßt die Besprechungsteilnehmer, Foto 3: EPHK Kay Simon stellt sich als Leiter des Sachgebietes Prävention im PP Westhessen vor, Foto 4: zweiter v.l. Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Wolfgang Kollmeier

Farbleitsystem

Mittlerweile ist das Farbleitsystem (FLS) an 44 Schulen im Main-Taunus-Kreis in der Umsetzung. 31 Schulen wurden durch Schulbauamt, Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei im Rahmen einer Endabnahme geprüft. Das FLS wird von den Schülerinnen und Schülern offensichtlich angenommen und nicht infrage gestellt, indem z.B. Markierungen beschädigt werden. Mit sogenannten Aufsuchübungen überprüfen Polizei und Rettungskräfte das Orientierungssystem und ihre eigenen Abläufe. Im Ergebnis bietet das Farbleitsystem eine wertvolle Basis für das schnelle und abgestimmte Agieren der Sicherheits- und Rettungskräfte.

Lasergravur von Notebooks

Mittlerweile sind die vom Landratsamt an die Schulen ausgegebenen Notebooks alle Laser graviert. In Fortsetzung des Projekts müssen noch die über 200 schuleigenen (von Fördervereinen beschafften) Notebooks graviert werden. Die Schulen, deren Notebooks graviert wurden, sollen zertifiziert werden.

Informationen aus dem Präventionsrat

Der Geschäftsführer des Präventionsrates MTK informierte über

  •  Aufnahme/Angliederung bestehender Arbeitskreise außerhalb des Präventionsrates
  •  Wohnungseinbruchsprävention
  •  Seniorenberatung und die bevorstehende Suchtprävention bei den Fastnachtsveranstaltungen
  •  Fortbildung von 45 Ordnungspolizisten der Kommunen zum Umgang mit jungen Leuten
  •  Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Jugendverkehrsschule unter Beteiligung der neu gegründeten „Verkehrswacht im MTK e.V.“

Foto 5: Geschäftsführer Präventionsrat Peter Nicolay (zweiter v.l.) berichtet aus dem Präventionsrat

Umsetzung der Sicherheitskonzeptionen an weiteren Schulen

An nunmehr drei Schulen (Main-Taunus-Schule und Brühlwiesenschule, beide in Hofheim sowie Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn) wurden eigene Sicherheitskonzeptionen entwickelt und jeweils im Rahmen einer Sitzung des Kollegiums umgesetzt. In der Krisensituation geht es immer darum, Sicherheit herzustellen, Polizei und Schulleitung zu informieren und ggf. Erste Hilfe zu leisten. Die Konzeptionen empfehlen sich als Vorbild für andere weiterführende Schulen.

Vorstellung des Betreuungskonzeptes der Polizei Hessen nach Amoklagen

Stefan Scholl, der dem Fachbereich 1 (Einsatzmanagement/Recht) der Polizeiakademie Hessen angehört, stellte den Einsatzabschnitt (EA) „Betreuung“ vor.

Foto 6: PHK Stefan Scholl stellt das Betreuungskonzept der Polizei Hessen vor

Der EA „Betreuung“ wird bei größeren Gefahren-/Schadenslagen und Katastrophen, in Amok-Fällen und schwerer Gewaltkriminalität aufgerufen. Aufgaben sind die koordinierende und taktische Beratung sowie die psychosoziale Unterstützung. Er ging dabei auf Problemfelder ein, die sich durch die Vielzahl der beteiligten Institutionen und sich überschneidender Aufgabenbereiche ergeben. Hierdurch wurden den Besprechungsteilnehmern wichtige Handlungsbedarfe deutlich. Insbesondere wegen der Notwendigkeit, geeignete Betreuungsräume und abgestimmte Abläufe vorzubereiten sind im MTK alsbald entsprechende Gespräche mit den betroffenen Beteiligten zu führen.

Veranstaltung zur Qualifizierung von Krisenteams

Nach den Veranstaltungen am 09.12.2009 und am 28.11.2012 soll im Frühjahr 2015 ein weiterer Workshop zur Qualifizierung von Krisenteams der weiterführenden Schulen durchgeführt werden.

Veranstaltung zu den Gefahren der neuen Medien

Ähnlich wie die am 24.11.2011 im Landratsamt durchgeführte Veranstaltung „Internet – Fluch oder Segen für unsere Kinder“, die damals von gut 450 Lehrern und Eltern besucht wurde, soll für November 2014 eine Veranstaltung zu den Gefahren des Internet unter Beteiligung des Präventionsrates und des Vereins „Bürger und Polizei – für mehr Sicherheit“ e.V. sowie des Polizeipräsidiums Westhessen und der PD Main-Taunus organisiert werden.

Gefahren durch das Bringen und Abholen von Schülern im unmittelbaren Umfeld der Schulen

Da nahezu an allen Schulen diese Problematik besteht und bereits einige Präventionsprojekte in den Kommunen eine Verbesserung anstreben, soll der Präventionsrat für den Kreis die Projekte bewerten, ggf. weiterentwickeln als konzertierte Aktion und allen zur Verfügung stellen. Schließlich gilt es hier Unfälle zu verhindern, aber auch die Selbständigkeit der Kinder zu fördern.

Tag der offenen Tür bei der Polizeidirektion Main-Taunus

Am Samstag, dem 19.07.2014, wird die PD Main-Taunus einen Tag der offenen Tür durchführen. Prävention wird einer der Schwerpunkte sein. Deshalb ist eine Beteiligung/Darstellung des Präventionsrates MTK mit seinen Arbeitskreisen sowie der kommunalen Präventionsräte vorgesehen.

Nächste Sitzung

Der AK SaS wird seine 16. Sitzung am 25.09.2014, 14:00 bis 16:00 Uhr, im Landratsamt durchführen.

Olrik Orzelski und Jürgen Moog