November 2011: Offensive gegen Einbrecher in Eddersheim

Wenn die Tage wieder kürzer werden und die Dämmerung hereinbricht, gehen dunkle Gestalten auf Beutezug. Die Einbrecher beherrschen ihr Handwerk bestens und hebeln in Sekundenschnelle Balkon- und Terrassentüren sowie Fenster auf. Blickdichte Sträucher und Gebüsche spielen den Ganoven in die Karten. Zielgerichtet suchen die Täter in den Häusern und Wohnungen nach Bargeld oder Wertgegenständen. Die dunkle Jahreszeit ist für die Einbrecher der Startschuss zum Angriff auf Ihr Hab und Gut.

Die Polizeidirektion Main-Taunus intensiviert in der dunklen Jahreszeit die Bekämpfung der Einbruchskriminalität mit einer 10köpfigen Tatortgruppe, verstärkten Ermittlungen und Kontrollaktionen sowie der Überwachung der Absatzwege von gestohlenen Gegenständen. Hierdurch wird für die Täter das Entdeckungsrisiko erhöht und Kontrolldruck aufgebaut.

Darüber hinaus machen gemeinsame Aktionen von Polizei, Präventionsrat, Ordnungspolizisten und freiwilligen Polizeihelfern den Einbrechern das Leben schwer. Der Präventionsrat in Hattersheim, mit Bürgermeisterin Antje Köster an der Spitze, führte am Donnerstag, 10. November 2011 in Eddersheim eine öffentlichkeitswirksame Aktion zusammen mit der Polizeistation Hofheim und dem Einbruchskommissariat der Kriminalpolizei zum „Schutz vor Einbruch“ durch. Die starken Kräfte teilten sich auf, gingen durch die Eddersheimer Wohngebiete und überprüften die Häuser und Wohnungen auf Einbruchsgelegenheiten. Es wurden beratende und aufklärende Bürgergespräche geführt und Informationsmaterial mit Hinweisen auf die festgestellte Schwachstellen bei der Wohnungssicherung verteilt.

Polizei und Präventionsrat setzen dabei auch auf Nachbarschaftshilfe, um das Risiko für Einbrecher zu erhöhen. Hierzu wurden durch die Präventionsräte des Kreises und der Stadt Hattersheim Schilder und Aufkleber mit der Aufschrift „Vorsicht, aufmerksame Nachbarn“ entwickelt und beschafft. Im Zuge dieser Aktion sollen sie möglichst flächendeckend an den Liegenschaften angebracht werden, um so Einbrecher abzuschrecken.

Diese Aktionen werden während der Wintermonate in ausgesuchten Wohngebieten des Landkreises fortgesetzt.

Zudem wurde für die Eddersheimer Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag, 17. November 2011, 19.30 Uhr, im Begegnungshaus Eddersheim, Propsteistraße 16a, eine Informationsveranstaltung zum Einbruchdiebstahl in Wohnungen durchgeführt. Den gut 50 Besuchern wurde gezeigt und erklärt, wie Einbrecher vorgehen und wie man sich vor ihnen besser schützen kann.

Foto 1: v.l.n.r.: Polizeidirektor Jürgen Moog, Bürgermeisterin Antje Köster, Geschäftsführer Präventionsrat MTK Peter Nicolay, Erster Polizeihauptkommissar Uwe Schneider, Erster Kriminalkommissar Jochen Ratazzi, Polizeilicher Berater Thomas Tauber

Die Hattersheimer Bürgermeisterin Antje Köster begrüßt die Besucher der Präventionsveranstaltung und stellt dabei den Präventionsrat Hattersheim vor, der am 20.04.98 gegründet wurde und dessen Vorsitzende sie ist.

Foto 2: Vorstellung des Präventionsrates Main-Taunus-Kreis durch Geschäftsführer Peter Nicolay

Peter Nicolay, der Geschäftsführer des Präventionsrates MTK, zeigt anhand des Organigramms des Präventionsrates dessen Aufbau und flächendeckende Präsenz auf. Der Main-Taunus-Kreis ist der einzige Kreis in Deutschland, in dem alle Kommunen Präventionsräte haben.

 

Foto 3: Darstellung der Evaluation zum Wohnungseinbruch im Main-Taunus-Kreis durch Polizeidirektor Jürgen Moog

Polizeidirektor Jürgen Moog stellt eine Untersuchung der Polizeidirektion Main-Taunus zum Wohnungseinbruch vor. Hierbei wird nachvollzogen, wie die Einbrecher vorgehen, welche Umstände den Einbruch begünstigen, welche das Risiko für die Einbrecher erhöhen oder gar die Taten verhindern.

Foto 4: Polizeioberkommissar Thomas Tauber referiert über den Wohnungseinbruch

Polizeioberkommissar Thomas Tauber der polizeiliche Berater für den Main-Taunus-Kreis, beginnt seinen Vortrag mit der Frage, ob Anwesende bereits durch einen Einbruch geschädigt wurden. Eine Frau meldete sich, die bereits zweimal von Einbrechern heimgesucht wurde. Sie erinnert sich noch heute mit mulmigem Gefühl an den ersten, bereits 20 Jahre zurückliegenden Einbruch. Dank der verbesserten Sicherheitsmaßnahmen blieb der zweite Einbruch im Versuchsstadium stecken. Thomas Tauber bestätigt, dass insbesondere Frauen häufig durch das Wühlen des Einbrechers in den persönlichen Sachen über lange Jahre traumatisiert sind. Zum Teil können sie nicht mehr in der Wohnung leben. Thomas Tauber kann zumindest die Angst nehmen, dass der Einbrecher anwesende Bewohner verletzen könnte. Der Einbrecher will möglichst unerkannt bleiben und wird in der Regel flüchten.

Foto 5: Thomas Tauber zeigt wie leicht und schnell ein Einbruch durch Aufhebeln eines Fensters vonstatten geht.

Der Schraubendreher, so erklärt Thomas Tauber, ist das am häufigsten benutzte Einbruchswerkzeug. In 80 % der Fälle wird gehebelt.

Foto 6: Polizeioberkommissar Thomas Tauber mit Pilz

Anhand eines Fliegenpilzes zeigt Thomas Tauber wie die sogenannte Pilzkopfverriegelung funktioniert.

Foto 7: : v.l.n.r.: Geschäftsführer Präventionsrat MTK Peter Nicolay, Erster Polizeihauptkommissar Uwe Schneider, Erster Kriminalkommissar Jochen Ratazzi

Während der Leiter des Einbruchskommissariats, Jochen Ratazzi, aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz Ausführungen zu den Tätern, Tatorten, Tatwerkzeugen und modus operandi machte, warb der Leiter der Polizeistation Hofheim, Uwe Schneider, für Nachbarschaftshilfe und das richtige Verständigen der Polizei über die 110. Geschäftsführer Peter Nicolay stellte in dem Zusammenhang das Projekt „Aufmerksamer Nachbar“ vor, das einerseits für gute Nachbarschaft werben, andererseits durch die an den Toren und Türen angebrachten Schilder und Aufkleber die Einbrecher abschrecken soll.

Foto 8: Jochen Ratazzi (Bildmitte) und Peter Nicolay (vorn rechts) im Gespräch

Nach der Veranstaltung standen Thomas Tauber, Jochen Ratazzi, Uwe Schneider, Peter Nicolay und Jürgen Moog noch für Fragen zur Verfügung.

 

Foto 9: Thomas Tauber beantwort Fragen der Besucher

Ein Großteil der Besucher wünschte eine Beratung durch Thomas Tauber vor Ort an ihrem Haus / ihrer Wohnung. Die Polizeiliche Beratung für den Main-Taunus-Kreis ist unter der Tel.Nr. 06192 / 2079-231 erreichbar.

Text: Jürgen Moog
Fotos: Turgut Erdogan und Jürgen Moog