August 2014: Prävention beim Sommernachtsfest in Bad Soden –

Am Samstag, 16. August 2014, fand das Sommernachtsfest in Bad Soden am Taunus statt. Das Fest ist ein Höhepunkt im jährlichen Veranstaltungskalender der Stadt Bad Soden am Taunus und im Osten des Main-Taunus-Kreises. An diesem einen Tag, dem dritten Samstag im August, bauten rund 200 Händler, Trödler, Grill- und Getränkestandbetreiber sowie die Bad Sodener Vereine ihre Stände im Alten Kurpark und den Straßen und Plätzen der Altstadt auf. Dazu kamen noch zwölf Bands auf Bühnen und eine große Discoveranstaltung.

Foto1: Festgelände Vogelwiese

Bei herbstlichem Wetter kamen ca. 25.000 Besucher, die sich auf dem Festgelände des Alten Kurparks und den Straßen, Gassen und Plätzen in der Bad Sodener Altstadt verteilten. Für die Jugendlichen bot die Mobile Jugend- und Suchthilfe des Main-Taunus-Kreises im Kurpark eine Möglichkeit an, alkohol- und drogenfrei in der „Chillout-Lounge“ zu „chillen“.

Foto2: Chillout-Zelt

Doch wurde dieses Angebot nicht von allen Jugendlichen angenommen. Der Jugendschutz war durchgehender Auftrag für alle Einsatzkräfte von Polizei, Bundespolizei und den eingesetzten Ord-nungs- / Stadtpolizisten.

Von 19:00 bis 21:00 Uhr wurden zwei gemischte Streifen von der Ordnungspolizei Bad Soden und der Polizeistation Eschborn gezielt für die Jugendschutzkontrollen eingesetzt. Sie sprachen Jugendliche mit alkoholischen Getränken an, stellten das Alter fest und prüften gegebenenfalls den Alkoholgehalt des Getränks. Hierbei kamen auch wieder die Teststreifen zum Einsatz, die der Präventionsrat MTK zur Verfügung gestellt hatte. Bei diesen gezielten Kontrollen wurden 87 Jugendliche angesprochen und das Alter festgestellt. Eine Flasche mit Hochprozentigem wurde ausgeschüttet, da die Besitzerinnen noch nicht 18 Jahre alt waren. Der Trend geht aber dahin, dass sich die Jugendlichen außerhalb des Festgeländes treffen und trinken. Es sind in den Gruppen immer genügend 18jährige, denen der Alkohol gehört. Eine Abgabe an die Minderjährigen konnte nicht nachgewiesen werden. Ihnen wurde aber ihre Verantwortung deutlich gemacht.

Foto3: Teststreifen zum Nachweis von Alkohol

Bei der Kontrolle einer Gruppe von vier Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, die sich in einer Nebenstraße außerhalb des Festbereichs aufhielt, wurde ein 15jähriger festgestellt, der 0,6 Gramm Marihuana einstecken hatte. Hinter der Bank, auf der die Gruppe saß, wurden weitere 1,1 Gramm aufgefunden. Die Jugendlichen wurden den Eltern übergeben.

An den geöffneten Supermärkten und Tankstellen konnte kein Verkauf von Alkohol an Jugendliche festgestellt werden.

Die Verbindung von Alkohol, Musik und Gedränge schwört immer wieder Konflikte zwischen den Festbesuchern hervor. Dazu kommen einige Krawallmacher, die auf Konfrontation aus sind. Diese Mischung führt ohne Einschreiten der Polizei zu Schlägereien und Körperverletzungen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Polizei ihr Sicherheitskonzept mit einem hohen Personaleinsatz durchführen muss. Der Schwerpunkt liegt bei der Konflikterkennung und dem frühzeitigen Einschreiten gegen Aggressoren und Streithähne. Die Einsatzbeamten haben 67 Personalien festgestellt – verbunden mit deutlichen Ansprachen. Uneinsichtigen Personen wurden Platzverweise für das Fest erteilt. Insgesamt wurden 7 Personen des Festes verwiesen. Eine Person, die ihrem Platzverweis nicht nachgekommen war, beendete das Fest im Polizeigewahrsam.

Foto4: Disco hinter dem Rathaus

Die polizeilichen Einsatzkräfte wurden gezielt an den bekannten Schwerpunkten im Kurpark und an der Disco-Veranstaltung hinter dem Rathaus eingesetzt.

Es gab in diesem Jahr nur wenige Fälle, die durch die Einsatzkräfte beendet und beruhigt werden mussten. Leider kam es auf dem Festgelände zu einer Körperverletzung, der ein Streit vorausgegangen war. Darüber hinaus kam es außerhalb des Festgeländes zu einer Körperverletzung auf einen Festbesucher, der auf dem Nachhauseweg war.

Pünktlich zum Festende, um 01:00 Uhr, setzte Regen ein. Die Stände schlossen und alle Standbetreiber hielten sich an die von der Stadt vorgegebene Sperrstunde und beendeten ihren Ausschank und die Musik.

Der Marktmeister, Herr Marc Nördinger, von der Stadt Bad Soden, ging um 01:00 Uhr mit Einsatzkräften von Stand zu Stand, um die Sperrzeit zu kontrollieren. In diesem Jahr gab es wieder keine Schwierigkeiten und auch keinen heimlichen Ausschank.

Die Firma Messer stellte den Einsatz- und Rettungskräften wieder ihr Gelände zur Verfügung. Hier konnten Polizei, Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz auf kurzem Wege Informationen austauschen und persönlich in Kontakt kommen.

Der Rettungsdienst bilanzierte am Ende des Fests insgesamt 21 Behandlungen. Hauptsächlich handelte es sich um alkoholbedingte Versorgungen und Schnittverletzungen.

Im Alten Kurpark, in dem es im vorigen Jahr zu zahlreichen Schnittverletzungen an Füßen durch zerbrochene Flaschen gekommen ist, waren Altglascontainer aufgestellt. Das Wetter und vielleicht auch die Container sorgten dafür, dass es in diesem Jahr so wenige Schnittverletzungen gab.

Foto5: Altglas-Container

Für das nächste Jahr werden Stadt, Hilfsdienste und Polizei wieder alles unternehmen, um mit Prävention und Intervention ein friedliches Sommernachtsfest zu ermöglichen.

Ansgar Hoppelshäuser