September 2018: Koordinatoren für die Sicherheitsberater für Senioren im Main-Taunus-Kreis trafen sich zum fünften Mal

Im Kelkheimer Rathaus trafen sich am 18.09.2018 die kommunalen Koordinatoren für die Sicherheitsberater für Senioren (SfS).

v.l.: Geschäftsführer Präventionsrat MTK Jürgen Moog, SfS-Koordinator Kelkheim Rolf Burger, Leiterin Amt für Soziales Kelkheim Petra Mann, Leiterin Ordnungsamt Bad Soden Anett Putbrese, SfS-Koordinator Flörsheim Edgar Kersting, SfS-Koordinator Bad Soden Martin Kerl, polizeilicher Fachkoordinator Jörg Zollmann, Seniorenbeirat Schwalbach Wolfgang Hansen, Sozialreferent Liederbach Walter Löhr, SfS-Koordinator Sulzbach Helmut Biskamp, SfS-Koordinator Hofheim Berthold Neitzel, Stabsstelle "Senioren" Sulzbach Sandra Schiwy, SfS-Koordinator Hochheim Winfried Schmidt, Leiter Ordnungsamt Hochheim Harald Rademacher, Ordnungsamt Hattersheim Turgut Erdogan, Leiter Ordnungsamt Kriftel Volker Kaufmann, Präventionsrat Eschborn Dörte Fischer

Die Kelkheimer Sozialamtsleiterin Petra Mann und der seitens des Präventionsrates für das Präventionsprojekt verantwortliche Geschäftsführer Jürgen Moog begrüßten den polizeilichen Fachkoordinator Jörg Zollmann und die Vertreter der Kommunen des MTK. Lediglich die Eppsteiner Koordinatorin war verhindert.

Schwerpunkte des Treffens waren Ausstattung, Einsatzmöglichkeiten, Koordination und Betreuung, Information über aktuelle Entwicklungen, Aus- und Fortbildung sowie Erfahrungsaustausch/Statistik.

Verteilung der SfS auf die Kommunen

Die Kommunen des Main-Taunus-Kreises verfügen derzeit über 89 SfS, die sich wie folgt auf die Kommunen verteilen:  

  • Bad Soden:           7 SfS
  • Eppstein:              1 SfS
  • Eschborn:            9 SfS
  • Flörsheim:           4 SfS
  • Hattersheim:       5 SfS
  • Hochheim:         10 SfS
  • Hofheim:           11 SfS
  • Kelkheim:           8 SfS
  • Kriftel:                 4 SfS
  • Liederbach:        5 SfS
  • Schwalbach:       3 SfS
  • Sulzbach:           22 SfS

Außerdem wurden acht Mitarbeiter der Kommunen zu den SfS-Themen beschult.

Ausstattung

Um die Aktivitäten der SfS plakativ zu unterstützen, haben fast alle Kommunen Aufsteller (Roll-ups) mit dem Text „Ich bin auf der Hut“ angeschafft. Dies hat sich bei Info-Ständen oder Aktionen sehr bewährt.

SfS-Flyer, auf denen die Sicherheitsberater einer Kommune mit ihren Aufgaben und ihrer Erreichbarkeit dargestellt werden, wurden bisher von Flörsheim, Hofheim, Kelkheim, Liederbach, Schwalbach und Sulzbach angeschafft. Nach der Ausbildung weiterer SfS sollten auch die anderen Kommunen SfS-Flyer erstellen lassen.

Außerdem wurden den SfS reflektierende Klickarmbänder und Notpfeifen zur Verteilung an ältere Menschen zur Verfügung gestellt. Lupen in Scheckkartengröße sind ebenfalls angeschafft worden. Die USB-Sticks mit Videos und Original-Tonmitschnitten von SäM wurden allen SfS zur Information und für Vorträge zur Verfügung gestellt wurden.

Einsatzmöglichkeiten der SfS

Die SfS werden bei Veranstaltungen für Senioren (Seniorencafe, Seniorentag, pp.) eingesetzt, halten Vorträge, führen Bürgergespräche auf Märkten und Festen sowie an Info-Ständen, nehmen an „Runden Tischen“ teil, führen Gruppen und Einzelgespräche in (Senioren-)Wohnanlagen, Wohnungen und in Familien, an Stammtischen, in Vereinen, beim Bäcker und überall, wo Kontakt zu Senioren besteht. Außerdem wurden SfS-Infostände auch in Banken, Baumärkten, Lebensmittelmärkten und Postfilialen mit hervorragender Resonanz eingerichtet.

Der Kelkheimer SfS-Koordinator Rolf Burger zeigte zunächst einen Filmbeitrag, in welchem vorgeführt wird, wie die Kundin eines Supermarktes beim Verstauen ihrer Einkäufe im Auto abgelenkt wird. Dies nutzt ein Mittäter, um die Handtasche zu entwenden.

Rolf Burger führt eine durch die Kelkheimer SfS entwickelte Sicherheitsschlinge vor, mit der z.B. eine Handtasche durch Karabinerhaken im Auto gesichert werden kann. Damit das potenzielle Opfer den Wegnahmeversuch mitbekommt, ist einer der Haken noch mit einer Klingel versehen.

Seit dem 14.09.2018 wirken die SfS mit dem Thema Sicherheit im Alter erneut bei den Präventionsveranstaltungen zum Wohnungseinbruch mit, die alljährlich mit Beginn der dunklen Jahreszeit durchgeführt werden.

Ein wichtiger Baustein ist die Mitwirkung der SfS bei der Kampagne gegen „Falsche Polizisten“.

Unmittelbar nach der am 31.07.2018 nahezu alle Kommunen des MTK betreffenden Anrufswelle „Falscher Polizisten“ wurde die Kampagne durchgeführt. Insgesamt lief dies hervorragend. Manche Kommunen hatten bereits am Folgetag die Örtlichkeiten in ihrer Kommune, die von älteren Menschen aufgesucht werden, mit insgesamt 1.000 Plakaten und 10.000 Postkarten bestückt. Probleme gab es lediglich im Ostkreis bei der Überbringung der Plakate und Postkarten zu den Kommunen. Künftig werden die Unterlagen durch die Geschäftsführer des Präventionsrats, unterstützt von Polizeihauptkommissar Jörg Zollmann, unmittelbar den Kommunen – möglichst direkt an die Koordinatoren – übergeben.

Wahrscheinlich ist es der Kampagne zu verdanken, dass in den Folgetagen und -wochen keinerlei Anrufe „Falscher Polizisten“ im Main-Taunus-Kreis zu verzeichnen waren.

„Save My Grandma – schütze meine Großeltern“

Vor knapp zwei Jahren hatte sich ein Mitarbeiter der Jugendarbeit Hofheim zum SfS ausbilden lassen, weil die Jugendarbeit auch das Thema SäM mit ihren Jugendlichen ansprechen und dabei auch das Jugendradio Hofheim nutzen wollte.

Theresa Hochstädter, Jugendarbeit Hofheim, machte daraus ein Schulprojekt, bei dem sich Schüler (zwischen 13 und 19 Jahren) mit dem Thema SäM beschäftigen. Hierfür sind zwei Schulstunden vorgesehen, in denen die Schüler mit Video und Tonmitschnitt sowie Rollenspielen über SäM informiert werden. Gemeinsam wird erarbeitet, wie man die Großeltern schützen kann. Ausgestattet mit entsprechendem Info-Material sollen die Schüler das Thema in ihre Familien tragen. Das Projekt soll zunächst an der Main-Taunus-Schule in Hofheim durchgeführt werden. Kooperationspartner sind derzeit die Main-Taunus-Schule, die Präventionsräte Hofheim und MTK sowie die PD Main-Taunus.

Das Schulprojekt stellt eine hervorragende Ergänzung der derzeitigen Strategie des Präventionsrates und der Polizei dar, um SäM vorzubeugen. Bisher haben vor allem die Sicherheitsberater für Senioren die älteren Menschen „auf Augenhöhe“ sensibilisiert.

Mit dem Schulprojekt eröffnet sich ein weiterer Zugang zu den älteren Menschen, indem die Enkel das Thema an ihre Großeltern herantragen. Deshalb soll das Projekt auf alle Kommunen unter Einbindung der Schulsozialarbeit, ggf. der kommunalen Jugendarbeit und der Polizei, übertragen werden. Bei der Umsetzung in der Schule soll jeweils ein geeigneter SfS der betreffenden Kommune mitwirken.

Information der SfS über aktuelle Entwicklungen im Bereich Kriminalität

Die Webseite für die SfS des Mühlheimer SfS Siegfried Fröhlich (www.seniorenberater.help) umfasst die Bereiche der Polizeipräsidien Südosthessen und Westhessen. Die Seite bietet Informationen über aktuelle Betrügereien und Einbrüche sowie zu den Straftaten zum Nachteil älterer Menschen mit Broschüren, Videos und Flyern. Außerdem findet man dort auch Informationen zu den SfS selbst sowie deren Vorträge und Veranstaltungen.

Empfohlen wird auch für SfS die kostenlose APP, weil mit dieser APP – regional gesteuert – hochaktuell auch über Betrüger unterwegs oder betrügerische Anrufswellen (Enkeltrick, falsche Polizisten pp.) informiert wird.

Ausbildung weiterer SfS

Nach entsprechender Werbung durch die Kommunen Eppstein, Eschborn, Hattersheim, Hofheim und Kelkheim meldeten sich zahlreiche Interessenten, von denen 31 tatsächlich die Ausbildung machen möchten. Zwei weitere sind terminlich verhindert und wurden in einer Warteliste aufgenommen.

Das Ausbildungsseminar wird am 19.10., von 13:00 bis 17:30 Uhr und am 20.10., von 09:00 bis 12:30 Uhr im Landratsamt, Kreisausschuss-Saal durchgeführt.

  • Verteilung auf die Kommunen:
    • Bad Soden      1
    • Eppstein         9
    • Eschborn        2
    • Hattersheim  4
    • Hofheim        10
    • Kelkheim        5
    • Kriftel              1

Fortbildung der SfS

Mittlerweile liegt die Ausbildung der SfS ein bis zwei Jahre zurück. Deshalb fand für alle SfS dezentral (in Schwalbach und Hofheim) am 04. bis 06.09.2018 eine 2 1/2-stündige Fortbildung statt. 55 SfS nahmen das Fortbildungsangebot wahr. Die Referenten gaben ein hervorragendes „Update“ und das Feedback war sehr positiv. Künftig soll die Fortbildung jährlich durchgeführt werden.

Erfahrungsaustausch

In 2017 führten die SfS 6.000 Informationsgespräche und 5.000 Beratungen durch, nahmen an Besprechungen und Runden Tischen teil, hielten über 100 Vorträge berieten an zahlreichen Infoständen.

Am 18.04.2018 wurde ein Treffen der Koordinatoren und der SfS aller Kommunen im Polizeipräsidium Frankfurt am Main durchgeführt. Neben dem Erfahrungsaustausch standen Führungen durch das Polizeimuseum auf dem Programm.

Nächste Besprechung der SfS-Koordinatoren

Die SfS-Koordinatoren treffen sich am 23.01.2019, von 13:30 bis 15:00 Uhr zum sechsten Treffen im Landratsamt, Raum Hofheim.

Fazit: Das Präventionsprojekt SfS ist überaus erfolgreich in der Sensibilisierung unserer Seniorinnen und Senioren für das Thema SäM. Mit der Kampagne gegen die „Anrufe falscher Polizisten“ haben die SfS gezeigt, dass sie schnell und effektiv auf aktuelle Kriminalitätsphänomene reagieren können.

Unsere Erfolgsfaktoren sind ausreichende Informationen und ein guter Informationsaustausch, möglichst Koordinatoren in den eigenen Reihen, regelmäßige Treffen, persönliche Betreuung, ein gutes Verhältnis der SfS untereinander, eine gute Ausstattung und eine offensive Öffentlichkeitsarbeit!

Jürgen Moog