November 2009: Häusliche Gewalt gegen Kinder und Frauen Gewalt kommt nicht in die Tüte

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern, der am heutigen Mittwoch stattfindet, machten Bäckereien in zehn hessischen Kreisen und Kommunen auf das brisante Thema mit Frauenbeauftragten und lokalen Netzwerken gegen häusliche Gewalt aufmerksam. In Deutschland fliehen jährlich 45.000 Frauen vor ihren gewalttätigen Männern in ein Frauenhaus. Alleine im Frauenhaus des Main-Taunus-Kreises hielten sich im vergangenen Jahr 75 Frauen und 70 Kinder auf. 177 weitere Frauen fragten nach einem Platz und mussten an andere Häuser weiter vermittelt werden.

Bieldunterschrift: von links nach recht: Bäckermeister Kilb, Polizeidirektor Jürgen Moog, Gleichstellungsbeauftragte MTK Ingrid Breckheimer, Kreishandwerksmeister Raimund Dorn, Landrat Berthold R. Gall, Polizeioberkommissarin Nathalie Geiger und Bäckermeister Heislitz

Die Polizeidirektion Main-Taunus registrierte im letzten Jahr 172 Fälle von Häuslicher Gewalt. Doch die Dunkelziffer ist wesentlich höher, so Ingrid Breckheimer, die Vorsitzende des Arbeitskreises Gewalt in der Familie im Main-Taunus-Kreis.Ob psychische Gewalt oder Misshandlungen, die Frauen und Kinder tragen seelische und körperliche Schäden davon. Dabei sollte das eigene Zuhause Sicherheit und Geborgenheit bieten.Die Gleichstellungsstelle des Main-Taunus-Kreises und der Arbeitskreis Gewalt in der Familie, in dem Polizeihauptkommissarin Christine Lindner für die Polizeidirektion Main- Taunus mitwirkt, machen mobil gegen Häusliche Gewalt, um dieses Tabuthema in der Öffentlichkeit bewusst zu machen.

Gemeinsam mit Bäckereien im Main-Taunus-Kreis wurde die Brötchentütenaktion ins Leben gerufen.In großen, roten Buchstaben steht Gewalt kommt nicht in die Tüte auf 31.000 Papierbeuteln, in denen seit Freitag, 20. November, in 31 Bäckereien die Brötchen eingepackt werden. Auf der Rückseite der Tüten sind Ansprechpartner für Betroffene aufgelistet, Telefonnummern und Adressen von Frauenhaus und Frauenberatungsstelle, Männerberatungs- und Erziehungsberatungsstellen, dem Amt für Jugend, Schulen und Sport sowie der Gleichstellungsstelle im Kreis. Somit dienen die Tüten dazu, die Bevölkerung zu sensibilisieren und Ratsuchenden konkrete Hilfsangebote zu unterbreiten, denn Gewalt in der Familie ist keine Privatsache, sondern eine Straftat, so Gall.Finanziert wurden die Brötchentüten von der Gleichstellungsstelle und dem Präventionsrat des Main-Taunus-Kreises. Unterstützung gab es von der Landesarbeitsgemeinschaft hessischer Frauenbüros.

Aktualisierungsdatum : 25.11.2009
Autoreninformation: Quelle: PDMT|Beese; eingestellt: PPWH|AK